Digital-Lexikon · Software

Was ist agile Software­entwicklung?

Kurz erklärt

Agile Softwareentwicklung ist ein Vorgehen, bei dem Software in kurzen Zyklen schrittweise entwickelt wird. Nach jedem Zyklus liegt ein nutzbares Ergebnis vor, das mit den Anwendern abgestimmt wird. So lassen sich Anforderungen flexibel anpassen, statt alles zu Beginn endgültig festzulegen.

Kategorie SoftwareLesezeit ca. 3 Min.Stand 16. Oktober 2026
Beitragsbild: Agile Softwareentwicklung

Agile Entwicklung: Definition und Werte

Agil heißt „beweglich“. Der Begriff geht auf das „Manifest für Agile Softwareentwicklung“ von 2001 zurück. Es stellt vier Werte voran: Individuen und Interaktionen vor Prozessen und Werkzeugen, funktionierende Software vor umfassender Dokumentation, Zusammenarbeit mit dem Kunden vor Vertragsverhandlung und Reagieren auf Veränderung vor dem Befolgen eines Plans.

Agilität ist keine einzelne Methode, sondern ein Rahmen. Scrum, Kanban und Extreme Programming setzen ihn unterschiedlich um. Gemeinsam sind ihnen Arbeit in kurzen Iterationen, enge Abstimmung mit dem Auftraggeber, regelmäßige Rückblicke und die Bereitschaft, den Plan anzupassen, wenn neue Erkenntnisse vorliegen.

So läuft ein agiles Projekt ab

Die Anforderungen stehen als priorisierte Liste, das Backlog, bereit, meist formuliert als User Stories. In Zyklen von ein bis vier Wochen, bei Scrum „Sprints“ genannt, wählt das Team die wichtigsten Punkte, setzt sie um und zeigt das Ergebnis in einer Vorführung. Der Auftraggeber gibt Rückmeldung, die Prioritäten werden angepasst, der nächste Zyklus beginnt.

So entsteht früh nutzbare Software, und Fehlentwicklungen fallen nach Wochen statt nach Monaten auf. Voraussetzung ist, dass auf Kundenseite jemand fachliche Entscheidungen trifft und Zeit für Abstimmungen hat – in Scrum ist das der Product Owner. Fehlt diese Person, verzögern offene Fragen jede Etappe.

  • Kurze Zyklen mit lauffähigem Zwischenergebnis
  • Priorisierte Anforderungsliste (Backlog), die sich ändern darf
  • Regelmäßige Vorführungen und Rückblicke
  • Feste Ansprechperson mit Entscheidungsbefugnis beim Auftraggeber
  • Automatisierte Tests und häufige Auslieferung

Praxis­bei­spiel: Händ­ler­portal in Etappen

Ein Großhändler möchte seinen Kunden ein Bestellportal bieten, weiß aber noch nicht genau, welche Funktionen wirklich genutzt werden. Statt ein vollständiges Pflichtenheft zu schreiben, startet das Projekt mit Anmeldung, Produktsuche und Nachbestellung. Nach vier Wochen testen drei Stammkunden das Portal.

Deren Rückmeldungen verschieben die Prioritäten: Wichtiger als der geplante Bestell-Assistent ist die Anzeige individueller Preise. Sie wird zuerst umgesetzt. Der Händler investiert in das, was sich bewährt, und spart Funktionen, die später kaum jemand genutzt hätte. Das Ergebnis ist ein Portal, das zu dem passt, was Kunden tatsächlich brauchen.

Vorteile, Grenzen und Umsetzung

Vorteile sind der schnelle erste Nutzen, weniger Fehlentwicklung und höhere Akzeptanz. Grenzen: Gesamtumfang und Endtermin stehen zu Beginn nicht exakt fest, was Budgetplanung und Festpreisverträge erschwert; Agilität kostet den Auftraggeber Zeit, und ohne Disziplin wird „agil“ zur Ausrede für fehlende Planung. Typische Fehler sind Vorführungen ohne Entscheider, ein ständig wachsendes Backlog und fehlende Tests.

Nano Concepts arbeitet bei Entwicklungsprojekten iterativ mit regelmäßigen Zwischenständen und bespricht mit Ihnen, welche Arbeitsweise und Abrechnung zum Projekt passen. Bei klar umrissenen Vorhaben kann auch ein Festpreis für einen definierten Umfang sinnvoll sein; entscheidend ist, dass Umfang, Änderungswege und Abnahme von Anfang an geklärt sind.

Häufige Fragen zu Agile Software­entwicklung

Agil ist der Oberbegriff für eine Denkweise mit gemeinsamen Werten. Scrum ist ein konkretes Rahmenwerk mit festen Rollen, Ereignissen und Sprints, das diese Denkweise umsetzt. Neben Scrum gehören unter anderem Kanban und Extreme Programming zu den agilen Vorgehensweisen.

Nicht grundsätzlich. Der Gesamtaufwand hängt vom Umfang ab. Agil verteilt die Kosten auf Etappen und vermeidet teure Fehlentwicklungen, bietet aber weniger Planungssicherheit über das Endergebnis. Mit Budgetrahmen und klarer Priorisierung lässt sich das gut steuern.

Für Vorhaben, bei denen sich Anforderungen im Verlauf konkretisieren oder ändern, etwa neue Plattformen, Portale und Apps. Bei klar abgegrenzten Projekten mit festen Vorgaben, zum Beispiel einer Schnittstelle nach genauer Spezifikation, kann ein klassisches Vorgehen genügen.

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