Was ist Kanban?
Kanban ist eine Methode zur Steuerung von Arbeit, bei der alle Aufgaben auf einer Tafel sichtbar gemacht und in Spalten wie „Offen“, „In Arbeit“ und „Erledigt“ geführt werden. Eine Obergrenze für gleichzeitige Arbeiten (WIP-Limit) verhindert Überlastung und lässt Engpässe erkennen.

Kanban: Definition und Herkunft
Kanban (japanisch für „Signalkarte“) stammt aus der Fertigung von Toyota, wo Karten den Nachschub von Material steuerten. Für die Wissensarbeit wurde die Methode in den 2000er-Jahren angepasst und ist heute in Softwareentwicklung, IT-Support, Marketing und Verwaltung verbreitet. Ihr Kern: Arbeit sichtbar machen und den Fluss steuern.
Ein Kanban-Board zeigt jede Aufgabe als Karte, die von links nach rechts durch Spalten wandert, zum Beispiel „Backlog“, „In Arbeit“, „Prüfung“ und „Fertig“. Auf einen Blick sehen alle, wer woran arbeitet, was als Nächstes ansteht und wo sich Aufgaben stauen.
Die Prinzipien im Alltag
Wesentliches Element ist das WIP-Limit (Work in Progress): Pro Spalte sind nur wenige Karten gleichzeitig erlaubt. Ist das Limit erreicht, wird zuerst fertiggestellt, bevor Neues beginnt. Das vermeidet Multitasking, verkürzt die Durchlaufzeit und macht Engpässe sichtbar, statt sie hinter einer langen Liste von angefangenen Aufgaben zu verstecken.
Gemessen wird der Fluss, etwa durch die Durchlaufzeit (wie lange eine Karte von Start bis Ende braucht) und den Durchsatz (wie viele Karten pro Woche fertig werden). Anders als Scrum kennt Kanban keine festen Sprints und keine vorgeschriebenen Rollen und lässt sich deshalb in laufende Abläufe einführen.
- Heutigen Ablauf als Spalten abbilden
- Alle laufenden Aufgaben als Karten erfassen
- WIP-Limits festlegen und konsequent einhalten
- „Fertig“ je Spalte klar definieren
- Durchlaufzeit regelmäßig auswerten und Engpässe beseitigen
Praxisbeispiel: Wartungsteam für Websites und Shops
Ein kleines Wartungsteam betreut Websites und Shops mehrerer Kunden. Täglich kommen Fehlermeldungen, Textänderungen und Update-Wünsche, die sich nicht in Sprints planen lassen. Das Team führt ein Board mit den Spalten „Neu“, „In Arbeit“, „Wartet auf Kunde“, „Test“ und „Erledigt“.
Das WIP-Limit von drei Aufgaben pro Person zeigt schnell, dass sich in „Wartet auf Kunde“ viele Karten stauen. Das Team klärt Rückfragen jetzt gesammelt am Vormittag, die Durchlaufzeit sinkt, und dringende Störungen laufen über eine eigene Expressspur, ohne den übrigen Fluss zu blockieren.
Vorteile, Grenzen und Einführung
Kanban ist leicht verständlich, flexibel und schafft Transparenz ohne große Umstellung. Grenzen: Ohne Zeitboxen fehlt der Takt, der Teams zu regelmäßigen Ergebnissen und Rückblicken anhält, und ein Board allein ersetzt keine Priorisierung. Typische Fehler sind WIP-Limits, die niemand einhält, Spalten ohne klare Kriterien und Karten, die wochenlang liegen bleiben.
Nano Concepts berät bei der Wahl der passenden Arbeitsweise – Kanban für laufende Wartung und Support, Scrum-Elemente für zeitlich begrenzte Entwicklungsprojekte – und richtet Boards und Ticketsysteme für Ihr Team ein. Gerade im Mittelstand, wo oft kein eigenes Projektbüro existiert, gelingt der Einstieg mit einem einfachen Board in wenigen Tagen.
Häufige Fragen zu Kanban
Scrum arbeitet in festen Zeitabschnitten, den Sprints, mit definierten Rollen und Terminen. Kanban kennt keine festen Zyklen: Aufgaben fließen kontinuierlich durch das Board, begrenzt durch WIP-Limits. Kanban eignet sich für laufende Arbeit, Scrum für Projekte mit planbaren Etappen.
WIP steht für „Work in Progress“, also angefangene Arbeit. Das Limit legt fest, wie viele Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden dürfen. So wird zuerst fertiggestellt, bevor Neues beginnt, und Staus werden früh sichtbar, statt die Durchlaufzeit unbemerkt zu verlängern.
Nein. Ein Whiteboard mit Haftnotizen reicht für den Anfang. Digitale Boards in Ticketsystemen sind sinnvoll, wenn das Team verteilt arbeitet, Auswertungen braucht oder Kunden Einblick in den Stand ihrer Anliegen bekommen sollen.
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