Digital-Lexikon · Cloud

Was sind IaaS und PaaS?

Kurz erklärt

IaaS (Infrastructure as a Service) und PaaS (Platform as a Service) sind Cloud-Servicemodelle. Bei IaaS mieten Unternehmen virtuelle Server, Speicher und Netzwerke und betreiben Betriebssystem und Software selbst; bei PaaS stellt der Anbieter zusätzlich die Laufzeitumgebung bereit, sodass nur noch die Anwendung gepflegt werden muss.

Kategorie CloudLesezeit ca. 3 Min.Stand 16. Oktober 2026
Beitragsbild: IaaS & PaaS

IaaS und PaaS: Definition und Einordnung

Beide Begriffe beschreiben, wie viel Verantwortung ein Cloud-Anbieter übernimmt. Bei Infrastructure as a Service erhalten Sie die technische Grundausstattung als Mietleistung: virtuelle Maschinen, Speicher und Netzwerke. Platform as a Service geht einen Schritt weiter und liefert zusätzlich Betriebssystem, Laufzeitumgebung und oft auch Datenbanken, sodass Entwickler nur Code und Daten verwalten.

Zusammen mit Software as a Service bilden sie die klassischen Servicemodelle der Cloud. Je weiter oben Sie einsteigen, desto weniger müssen Sie selbst betreiben – desto geringer ist aber auch der Gestaltungsspielraum. Man spricht vom Modell der geteilten Verantwortung: Der Anbieter sichert die Plattform, Sie sichern, was Sie darauf betreiben.

So funktioniert die Aufga­ben­tei­lung

Bei IaaS betreibt der Anbieter Rechenzentrum, Hardware und Virtualisierung. Sie installieren das Betriebssystem, spielen Updates ein, richten Firewall-Regeln ein und betreuen die Anwendung. Das bietet maximale Freiheit, verlangt aber Administrations-Know-how. Typische Anbieter sind die großen Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud sowie europäische Hoster.

Bei PaaS laden Sie Ihre Anwendung in eine vorbereitete Umgebung hoch. Betriebssystem-Updates, Skalierung und häufig auch Backups übernimmt der Anbieter. Dafür gelten dessen Vorgaben: unterstützte Programmiersprachen, Versionen und Konfigurationsmöglichkeiten. Wer darüber hinaus Sonderwünsche hat, stößt schneller an Grenzen als bei IaaS.

Praxis­bei­spiel: Zulieferer mit Altsoftware und Kundenportal

Ein mittelständischer Zulieferer betreibt eine ältere Branchensoftware, die zwingend unter einem bestimmten Windows-Server läuft. Dafür bietet sich IaaS an: Die virtuelle Maschine zieht fast unverändert in die Cloud um, und das Team behält die volle Kontrolle über Betriebssystem und Installation.

Das neue Kundenportal, das Bestellstatus und Lieferscheine anzeigt, wird dagegen als moderne Webanwendung entwickelt und auf einer PaaS-Plattform betrieben. Updates der Laufzeitumgebung und die Anpassung an Lastspitzen erledigt der Anbieter – das kleine IT-Team konzentriert sich auf die Funktionen des Portals statt auf Serverpflege.

Vorteile, Grenzen und Entschei­dungs­hilfe

Beide Modelle ersetzen Investitionen in eigene Hardware durch monatliche Nutzungskosten und lassen sich schnell erweitern. Die Grenzen liegen in der Abhängigkeit vom Anbieter und in laufenden Kosten, die bei dauerhaft hoher Auslastung die Anschaffung eigener Server übersteigen können. Typischer Fehler: IaaS zu wählen, ohne dass jemand Wartung und Absicherung der Server verantwortet.

Nano Concepts hilft Ihnen bei dieser Entscheidung: Wir bewerten Ihre bestehenden Anwendungen, planen die passende Zielarchitektur und übernehmen auf Wunsch Migration, Absicherung und laufenden Betrieb – von der einzelnen virtuellen Maschine bis zur vollständigen Plattformlösung, jeweils inklusive Überwachung, Backups und verständlicher Dokumentation.

  • IaaS, wenn Sie volle Kontrolle über Betriebssystem und Software brauchen
  • PaaS, wenn Sie eigene Anwendungen ohne Serveradministration betreiben wollen
  • Zuständigkeiten für Updates, Backups und Sicherheit schriftlich festhalten
  • Abhängigkeit vom Anbieter und Ausstiegsmöglichkeiten vorab prüfen
  • Kosten bei dauerhafter Last mit Festpreisangeboten vergleichen

Häufige Fragen zu IaaS & PaaS

Bei IaaS mieten Sie die Infrastruktur und verwalten Betriebssystem, Software und Sicherheit selbst. Bei PaaS stellt der Anbieter zusätzlich die Laufzeitumgebung bereit und kümmert sich um Betriebssystem und Updates. Sie pflegen nur noch Ihre Anwendung und Ihre Daten. IaaS bietet mehr Freiheit, PaaS spart Betriebsaufwand.

Bei Software as a Service nutzen Sie eine fertige Anwendung wie ein CRM oder Buchhaltungsprogramm im Browser, ohne etwas zu entwickeln oder zu betreiben. IaaS und PaaS dagegen sind Bausteine, auf denen Sie eigene Software betreiben. SaaS ist das fertige Produkt, IaaS und PaaS sind die Grundlage dafür.

Das hängt vom IT-Know-how ab. Ohne eigene Administratoren ist PaaS oder Managed Hosting meist sinnvoller, weil Wartung und Updates beim Anbieter liegen. IaaS lohnt sich, wenn Sie Spezialsoftware betreiben, besondere Konfigurationen brauchen oder einen Dienstleister mit dem Betrieb beauftragen.

Der Anbieter schützt Rechenzentrum und Plattform, Sie sind aber für Zugriffsrechte, Konfiguration, Updates Ihrer Software und Datenschutz verantwortlich. Prüfen Sie Standort der Daten, Zertifizierungen und den Auftragsverarbeitungsvertrag, bevor Sie personenbezogene Daten in der Cloud verarbeiten.

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