Was ist eine Make-or-Buy-Entscheidung?
Die Make-or-Buy-Entscheidung ist die Frage, ob ein Unternehmen eine Leistung oder ein Produkt selbst herstellt oder einkauft. In der IT bedeutet das: Software individuell entwickeln (lassen) oder eine Standardlösung nutzen, die gekauft oder als Abo gemietet wird.

Make or Buy: Definition und Bedeutung
Aus der Betriebswirtschaft stammt die Frage, ob eine Leistung im eigenen Betrieb erbracht oder zugekauft wird. In der IT gibt es meist drei Wege: eine Standardlösung kaufen oder abonnieren, Software von einem externen Dienstleister individuell entwickeln lassen oder sie mit eigenem Team bauen. Dazu kommen Mischformen, die Standardprodukte um eigene Module ergänzen. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie speziell Ihre Anforderungen sind.
Die Entscheidung prägt Kosten, Geschwindigkeit und Abhängigkeiten für Jahre. Sie sollte deshalb nicht nach Bauchgefühl oder Einstiegspreis fallen, sondern anhand klarer Kriterien, die für das jeweilige Vorhaben gewichtet werden. Dabei lohnt es sich, jeden Bereich einzeln zu betrachten, statt pauschal für das gesamte Unternehmen zu entscheiden.
Entscheidungskriterien im Überblick
Für den Kauf sprechen schnelle Verfügbarkeit, geprüfte Funktionen, laufende Weiterentwicklung durch den Hersteller und kalkulierbare Kosten. Für die Eigen- oder Individualentwicklung spricht, wenn ein Prozess ein Alleinstellungsmerkmal ist, Standardlösungen wesentliche Anforderungen nicht abdecken oder starke Abhängigkeiten vom Anbieter vermieden werden sollen.
Sinnvoll ist eine Bewertungsmatrix, in der Sie Kriterien gewichten und jede Option bewerten. Die Gesamtkostenbetrachtung (TCO) bildet dabei einen Teil, Datenschutz, Integration in vorhandene Systeme, Know-how im Haus und Wartbarkeit sind weitere. Das Ergebnis ist nachvollziehbar und lässt sich im Team oder gegenüber Geldgebern begründen.
- Strategische Bedeutung: Differenziert der Prozess Sie vom Wettbewerb?
- Passgenauigkeit: Wie viel muss an einer Standardlösung angepasst werden?
- Gesamtkosten über mehrere Jahre (TCO)
- Zeit bis zum Start und verfügbare Kapazitäten
- Abhängigkeit vom Anbieter, Datenhoheit und Exportmöglichkeiten
Praxisbeispiel: Angebotskalkulation im Maschinenbau
Ein Maschinenbauer kalkuliert Angebote mit Excel-Tabellen, die über Jahre gewachsen sind. Für Kundenverwaltung, Buchhaltung und Dokumente setzt er ohnehin Standardsoftware ein, das ist unkritisch. Die Kalkulation mit eigenen Stücklisten und Preisregeln ist jedoch sein Wettbewerbsvorteil, und kein Standardprodukt bildet sie ab.
Die Lösung ist eine Mischform: Standardprogramme für Routinebereiche, eine individuell entwickelte Kalkulationsanwendung mit Schnittstelle zum ERP für das Kerngeschäft. So investiert der Betrieb nur dort in Eigenentwicklung, wo sie echten Nutzen bringt, und erspart sich Aufwand für Standardfunktionen. Die Kalkulation bleibt unter eigener Kontrolle, während die Routinebereiche vom Hersteller gepflegt werden.
Typische Fehler und Umsetzung
Häufige Fehler sind der Blick nur auf den Kaufpreis, das Unterschätzen von Wartung und Pflege einer Eigenentwicklung, ein Anpassungsaufwand an Standardsoftware, der am Ende die Individuallösung übersteigt, und fehlende Ausstiegsplanung. Auch „Das haben wir immer selbst gemacht“ oder „Wir kaufen alles“ sind keine Strategie. Entscheiden Sie je Bereich neu.
Nano Concepts hilft bei der Bewertung: Wir prüfen Anforderungen, vergleichen Standardlösungen mit individueller Entwicklung und entwickeln, wo es sich lohnt, passgenaue Software oder Erweiterungen mit sauberen Schnittstellen. Als Rahmen dienen unsere Pakete Starter (ab 2.500 €), Professional (ab 8.000 €) und Enterprise (individuell).
Häufige Fragen zu Make-or-Buy-Entscheidung
Wenn ein Prozess Ihr Wettbewerbsvorteil ist, Standardlösungen wesentliche Anforderungen nicht abdecken oder die Anpassung teurer wird als eine Neuentwicklung. Für Routinebereiche wie Buchhaltung oder E-Mail ist Standardsoftware meist die bessere Wahl. Oft ist eine Kombination beider Ansätze am wirtschaftlichsten.
Make or Buy beschreibt die Entscheidung zwischen Eigen- oder Auftragsentwicklung einerseits und dem Kauf oder Abonnement einer fertigen Lösung andererseits. Maßgeblich sind Kosten, Passgenauigkeit, Zeit, Know-how, Sicherheit und Abhängigkeit von Anbietern.
Eine große: Die Gesamtkosten über mehrere Jahre inklusive Betrieb, Wartung, Lizenzen, Anpassungen und Ausstieg zeigen, welche Option wirklich günstiger ist. Der Anschaffungspreis allein ist irreführend, weil Folgekosten bei beiden Wegen den größeren Anteil ausmachen können.
Ja, Mischformen. Dazu zählen Standardsoftware mit individuell entwickelten Erweiterungen, Low-Code-Plattformen, Open-Source-Lösungen mit eigenen Anpassungen oder ein Start mit einem MVP, das später ersetzt oder ausgebaut wird. Sie begrenzen das Risiko und ermöglichen schrittweises Vorgehen.
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