Digital-Lexikon · KI

Was ist das Model Context Protocol (MCP)?

Kurz erklärt

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, der festlegt, wie KI-Anwendungen mit externen Werkzeugen und Datenquellen kommunizieren. Ein MCP-Server stellt Funktionen und Daten bereit, die jede MCP-fähige KI-Anwendung einheitlich nutzen kann.

Kategorie KILesezeit ca. 3 Min.Stand 16. Oktober 2026
Beitragsbild: Model Context Protocol (MCP)

Model Context Protocol: Definition

Das Model Context Protocol, kurz MCP, wurde von Anthropic Ende 2024 vorgestellt und ist offen dokumentiert. Es löst ein praktisches Problem: Ohne Standard muss jede KI-Anwendung jedes System einzeln anbinden. Mit MCP bauen Sie die Anbindung einmal als MCP-Server und nutzen sie in allen Anwendungen, die das Protokoll unterstützen.

Häufig wird MCP mit einem USB-Anschluss für KI verglichen: ein einheitlicher Stecker zwischen KI-Anwendung und Systemen wie Dateiablage, Datenbank, Ticketsystem oder ERP. Inzwischen unterstützen viele Anbieter und Werkzeuge das Protokoll, sodass die Anbindungen nicht an ein einzelnes Modell gebunden sind.

So funktioniert MCP

MCP unterscheidet Client und Server. Die KI-Anwendung, etwa ein Assistent oder eine Entwicklungsumgebung, enthält einen Client. Der MCP-Server legt offen, was er kann: Werkzeuge, die Aktionen ausführen, Ressourcen mit lesbaren Daten und vorgefertigte Prompts. Die Kommunikation läuft über definierte Nachrichten, lokal oder über das Netzwerk.

Der Client fragt beim Start, welche Fähigkeiten ein Server anbietet, und stellt sie dem Modell zur Verfügung, das sie per Function Calling nutzt. Function Calling ist also die Fähigkeit des Modells, MCP der Standard, wie die Werkzeuge bereitgestellt werden. Dadurch kann derselbe Assistent neue Systeme nutzen, sobald ein passender Server bereitsteht.

Praxis­bei­spiel: Ein Assistent für Auftrags­daten

Ein Maschinenbauer möchte, dass Vertrieb und Service per KI-Assistent Fragen zu Aufträgen, Dokumenten und Tickets stellen können. Für ERP, Dokumentenablage und Ticketsystem entsteht je ein MCP-Server, der nur lesende Funktionen anbietet. Der Assistent kann dadurch Auftragsstatus, Zeichnungen und offene Tickets zusammenführen.

Später kommt ein weiterer Assistent hinzu, etwa für die Geschäftsführung. Er nutzt dieselben Server, ohne dass die Anbindungen neu gebaut werden müssen. Zugriffsrechte werden über die Anmeldung der jeweiligen Person gesteuert, sodass niemand mehr sieht als bisher. Wer neue Fragen stellt, braucht keine Schnittstellenprogrammierung, sondern nur gegebenenfalls einen zusätzlichen Server.

Sicherheit und worauf Unternehmen achten sollten

MCP-Server haben Zugriff auf Ihre Systeme und sind damit ein Sicherheitsthema. Setzen Sie nur geprüfte Server ein, vergeben Sie minimale Rechte, beginnen Sie mit lesendem Zugriff und protokollieren Sie Aufrufe. Auch Inhalte, die ein Server liefert, können versteckte Anweisungen enthalten, sodass Prompt Injection zu berücksichtigen ist.

Nano Concepts entwickelt MCP-Server für Ihre Systeme und prüft Rechte, Anmeldung und Protokollierung, bevor ein KI-Assistent damit arbeitet. Zuerst klären wir gemeinsam, welcher Anwendungsfall den größten Nutzen hat, und starten mit einem lesenden Zugriff, den wir schrittweise erweitern.

  • Mit einem Anwendungsfall und lesendem Zugriff beginnen
  • Nur vertrauenswürdige und geprüfte MCP-Server einsetzen
  • Anmeldung und Rechte der jeweiligen Nutzer berücksichtigen
  • Aufrufe protokollieren, Freigaben für schreibende Aktionen verlangen
  • Wartung und Updates der Server einplanen

Häufige Fragen zu Model Context Protocol (MCP)

Anthropic hat MCP Ende 2024 als offenen Standard veröffentlicht. Die Spezifikation ist öffentlich, und das Protokoll wird inzwischen von vielen KI-Anbietern, Entwicklungswerkzeugen und Softwareherstellern unterstützt. Die Anbindung ist daher nicht auf ein einzelnes Modell festgelegt.

Eine API bleibt die Grundlage. MCP ergänzt sie um eine einheitliche Beschreibung, die KI-Anwendungen automatisch verstehen und nutzen können. Für eine einzelne, feste Anbindung genügt häufig Function Calling. MCP lohnt sich, wenn mehrere Anwendungen auf dieselben Systeme zugreifen sollen.

MCP selbst ist ein Protokoll, die Sicherheit hängt von der Umsetzung ab. Entscheidend sind geprüfte Server, minimale Rechte, saubere Anmeldung, Protokolle und Freigaben für folgenreiche Aktionen. Auch versteckte Anweisungen in Inhalten müssen berücksichtigt werden.

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