Vergleich

n8n, Make oder Zapier – welches Automati­sie­rungs­tool passt zu Ihnen?

Alle drei Tools verbinden Apps und automatisieren wiederkehrende Abläufe ohne klassische Programmierung. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich bei Abrechnung, Hosting, Datenschutz und der Frage, wie komplex Ihre Workflows werden dürfen.

Optionen n8n · Make · ZapierStand 16. Oktober 2026
Beitragsbild: n8n, Make oder Zapier – welches Automatisierungstool passt zu Ihnen?
Kurz & klar

Zapier ist der einfachste Einstieg mit einem der größten Kataloge fertiger App-Verbindungen, wird bei hohem Volumen aber kostspielig, weil jede ausgeführte Aktion als Task zählt. Make bietet einen visuellen Szenario-Editor für verzweigte Abläufe mit vielen Datenoperationen. n8n eignet sich, wenn Daten auf eigenen Servern bleiben, eigener Code eingebunden oder KI-Agenten gebaut werden sollen – bei etwas höherem technischem Anspruch. Für datensensible oder volumenstarke Prozesse empfehlen wir meist n8n, für schnelle Einzelautomationen ohne IT-Team Zapier oder Make.

Die Optionen

Stärken und Schwächen im Überblick

n8n

Workflow-Automatisierung des Berliner Unternehmens n8n, nutzbar als Cloud-Dienst oder selbst gehostet auf eigenem Server. Visueller Editor, in den sich jederzeit JavaScript oder Python einbinden lässt.

Stärken

  • Self-Hosting möglich: Daten bleiben auf Ihrem Server bzw. in Ihrer Infrastruktur
  • Abrechnung pro Workflow-Ausführung statt pro Einzelschritt; selbst gehostete Community Edition lizenzkostenfrei
  • Eigener Code, HTTP-Requests und Datenbankzugriffe für Sonderfälle
  • Starke Bausteine für KI-Agenten und Workflows mit Sprachmodellen

Schwächen

  • Steilere Lernkurve, technisches Grundverständnis hilfreich
  • Self-Hosting erfordert Betrieb, Updates, Backups und Monitoring
  • Sustainable Use License ist nicht klassisch Open Source und beschränkt bestimmte kommerzielle Nutzungen

Ideal für: Unternehmen mit datensensiblen, volumenstarken oder komplexen Prozessen und Zugriff auf technische Unterstützung.

Make

Cloud-Plattform für visuelle Automatisierung, früher Integromat und heute Teil des Celonis-Konzerns. Abläufe entstehen als Szenarien aus Modulen, Verzweigungen und Schleifen.

Stärken

  • Sehr übersichtlicher visueller Editor, auch für verzweigte Abläufe
  • Starke Werkzeuge für Datenverarbeitung: Router, Iteratoren, Aggregatoren, Filter
  • Großer Katalog fertiger App-Module
  • EU-Region für die Datenhaltung verfügbar

Schwächen

  • Nur als Cloud-Dienst verfügbar, kein Self-Hosting
  • Jedes ausgeführte Modul zählt zum Verbrauch – komplexe Szenarien erhöhen die Kosten
  • Sehr große Szenarien werden schwer wartbar und dokumentierbar

Ideal für: Teams ohne eigene IT, die mehrstufige Abläufe mit Datenumwandlung visuell bauen möchten.

Zapier

US-amerikanischer Pionier der No-Code-Automatisierung mit einem der umfangreichsten Kataloge fertiger App-Integrationen. Zaps folgen dem Prinzip „Auslöser, dann Aktion“.

Stärken

  • Schnellster Einstieg: einfache Zaps sind ohne Vorkenntnisse eingerichtet
  • Sehr großer Integrationskatalog, auch für Nischen-Tools
  • Ergänzende Bausteine wie Tables, Interfaces und KI-Funktionen
  • Vollständig gemanagter Cloud-Betrieb ohne eigene Technik

Schwächen

  • Abrechnung pro Task: hohes Volumen wird schnell kostspielig
  • Komplexe Logik, Schleifen und Datenumwandlungen umständlicher als bei Make oder n8n
  • Kein Self-Hosting, Datenverarbeitung überwiegend in den USA

Ideal für: Kleine Teams, die einzelne Standardabläufe zwischen gängigen SaaS-Tools schnell automatisieren wollen.

Vergleichstabelle

Die wichtigsten Kriterien im direkten Vergleich

Kriteriumn8nMakeZapier
EinstiegMittel, technisches Verständnis hilfreichMittel, visueller Szenario-EditorSehr einfach, geführte Einrichtung
HostingCloud oder selbst gehostetNur CloudNur Cloud
AbrechnungslogikPro Workflow-Ausführung (Cloud)Nach Verbrauch je ausgeführtem ModulPro Task (ausgeführte Aktion)
Komplexe LogikSehr stark, inkl. eigenem CodeStark, mit Routern und IteratorenGrundlegend, mit Pfaden und Filtern
IntegrationenGroß, plus HTTP-Anbindung jeder APISehr großSehr groß, einer der umfangreichsten
KI-WorkflowsUmfangreiche Agenten- und LLM-BausteineKI-Module und Agenten verfügbarKI-Schritte und Agenten verfügbar
DatenschutzVolle Datenhoheit bei Self-HostingEU-Region wählbarVerarbeitung überwiegend in den USA
Kostenlos startenCommunity Edition selbst gehostetKostenloser EinstiegstarifKostenloser Einstiegstarif
Betrieb & WartungBei Self-Hosting eigene VerantwortungDurch den AnbieterDurch den Anbieter

n8n, Make oder Zapier: die Unterschiede auf einen Blick

Alle drei Plattformen folgen demselben Grundprinzip: Ein Auslöser, etwa eine neue Anfrage im Kontaktformular, startet eine Kette von Aktionen – zum Beispiel Kontakt im CRM anlegen, Angebot vorbereiten und das Vertriebsteam benachrichtigen. Zapier denkt dabei in linearen Schritten und ist auf Einfachheit optimiert. Make stellt Abläufe als frei verzweigbare Szenarien auf einer Arbeitsfläche dar. n8n arbeitet ebenfalls visuell, öffnet aber an jeder Stelle die Tür zu eigenem Code.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Zielgruppen. Zapier richtet sich an Fachabteilungen, die ohne IT schnell Ergebnisse wollen. Make spricht Anwender an, die sich in Datenstrukturen einarbeiten und dafür mehr Kontrolle erhalten. n8n ist das Werkzeug für Teams mit technischem Know-how oder externer Unterstützung, die Automatisierung als festen Bestandteil ihrer IT-Landschaft betreiben – inklusive eigener Infrastruktur, Versionierung und Anbindung interner Systeme.

Kosten: Warum die Abrech­nungs­logik wichtiger ist als der Einstiegs­preis

Bei Automatisierungstools entscheidet weniger der Monatspreis eines Tarifs als die Frage, was gezählt wird. Zapier berechnet jede ausgeführte Aktion als Task, Make zählt jeden Modulaufruf eines Szenarios, n8n rechnet in der Cloud pro Workflow-Ausführung ab – unabhängig davon, wie viele Schritte der Workflow enthält. Ein Ablauf mit vielen Schritten, der sehr häufig läuft, verursacht deshalb je nach Tool sehr unterschiedliche Kosten.

Alle drei bieten einen kostenlosen Einstieg: Zapier und Make mit eingeschränkten Gratis-Tarifen, n8n über die selbst gehostete Community Edition. Beim Self-Hosting entfallen zwar Ausführungsgebühren, dafür fallen Serverkosten und Betriebsaufwand an. Rechnen Sie Ihre wichtigsten Workflows deshalb mit realistischen Mengen für alle Optionen durch, bevor Sie sich festlegen – ein späterer Wechsel bedeutet, jeden Workflow neu zu bauen.

n8n lokal oder in der Cloud betreiben?

n8n ist das einzige der drei Tools, das Sie selbst hosten können – auf einem eigenen Server, in Ihrer Cloud-Umgebung oder per Docker im Rechenzentrum. Der Vorteil: Kundendaten, Belege und interne Informationen verlassen Ihre Infrastruktur nicht, und interne Systeme ohne öffentlichen Zugang lassen sich direkt anbinden. Für Tests reicht eine lokale Installation auf dem Rechner, produktiv sollte n8n auf einem dauerhaft erreichbaren, abgesicherten Server laufen.

Self-Hosting bedeutet Verantwortung: Updates, Backups, Zugriffsschutz, Monitoring und Skalierung müssen geregelt sein. Wer das nicht intern leisten kann, nutzt n8n Cloud oder lässt den Betrieb von einem Dienstleister übernehmen, der auch Sicherheitsupdates einspielt. Wer eine kostenlose n8n-Alternative zum Selbsthosten sucht, findet Open-Source-Projekte wie Activepieces oder Node-RED – mit kleinerem Funktionsumfang beziehungsweise anderem Schwerpunkt.

Datenschutz und DSGVO: Worauf Sie achten sollten

Automatisierungen transportieren oft personenbezogene Daten – Namen, E-Mail-Adressen, Bestellungen oder Bewerbungen. Für jedes Tool brauchen Sie deshalb einen Auftragsverarbeitungsvertrag und Klarheit darüber, wo Daten verarbeitet werden. Bei Zapier findet die Verarbeitung überwiegend in den USA statt, was eine saubere Grundlage für die Datenübermittlung voraussetzt. Make erlaubt die Datenhaltung in einer EU-Region, selbst gehostetes n8n bietet die größte Kontrolle.

Ebenso wichtig wie der Speicherort ist die Gestaltung der Workflows: nur nötige Daten weitergeben, Zugangsdaten zentral und verschlüsselt verwalten, Protokolle mit personenbezogenen Inhalten regelmäßig löschen. Gerade bei KI-Schritten sollte klar sein, welche Inhalte an welches Sprachmodell gehen. Diese Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung, helfen aber, die richtigen Fragen an Anbieter und Datenschutzbeauftragte zu stellen.

Unsere Empfehlung

Für einzelne, einfache Abläufe zwischen gängigen Cloud-Tools ist Zapier der schnellste Weg, Make die bessere Wahl, sobald Daten verzweigt, umgewandelt oder in Schleifen verarbeitet werden. Laufen viele Prozesse mit hohem Volumen, sind sensible Daten im Spiel oder sollen KI-Agenten und interne Systeme eingebunden werden, ist n8n meist die wirtschaftlichere und besser kontrollierbare Lösung. Nano Concepts analysiert Ihre Prozesse, rechnet die Optionen durch und setzt die Automatisierung im passenden Tool um – auf Wunsch inklusive Betrieb einer selbst gehosteten n8n-Instanz.

FAQ

Häufige Fragen

n8n ist flexibler, lässt sich selbst hosten und rechnet pro Workflow-Ausführung statt pro Einzelschritt ab, was bei vielen Schritten günstiger sein kann. Zapier ist dafür deutlich einfacher und bietet mehr fertige Integrationen. Für Fachabteilungen ohne IT-Unterstützung ist Zapier oft die bessere Wahl, für skalierende Prozesse n8n.

Beide bieten einen kostenlosen Einstiegstarif mit begrenztem Verbrauch und eingeschränkten Funktionen, der sich gut zum Testen eignet. Für produktive Unternehmensprozesse reicht er in der Regel nicht aus. n8n ist als selbst gehostete Community Edition lizenzkostenfrei nutzbar, verursacht aber Server- und Betriebsaufwand.

n8n wurde in Berlin gegründet und hat dort seinen Sitz. Make stammt ursprünglich aus Tschechien und gehört heute zum Münchner Celonis-Konzern, Zapier ist ein US-Unternehmen. Für den Datenschutz zählt jedoch weniger die Herkunft als der Ort der Datenverarbeitung und der Vertrag mit dem Anbieter.

Beides: n8n läuft als gemanagter Cloud-Dienst oder selbst gehostet, etwa per Docker auf einem eigenen Server. Lokal auf dem Arbeitsrechner eignet es sich zum Testen, produktiv sollte es auf einem abgesicherten, dauerhaft erreichbaren Server laufen. Updates, Backups und Monitoring liegen beim Self-Hosting bei Ihnen oder Ihrem Dienstleister.

Die Kosten hängen von Anzahl und Komplexität der Workflows, den angebundenen Systemen, dem Datenvolumen und dem gewünschten Betrieb ab. Als Orientierung dienen unsere Pakete: Starter ab 2.500 €, Professional ab 8.000 € und Enterprise individuell. Das genaue Angebot erhalten Sie nach dem kostenlosen Erstgespräch; Nutzungsgebühren der Tools kommen jeweils hinzu.

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