Was sind Microsoft Entra ID und Active Directory?
Active Directory ist der Verzeichnisdienst im Firmennetz, der Benutzer, Gruppen und Geräte verwaltet. Microsoft Entra ID, bis 2023 Azure Active Directory, ist der entsprechende Cloud-Identitätsdienst für Microsoft 365 und Online-Anwendungen. Beide regeln, wer sich anmelden und worauf zugreifen darf.

Verzeichnisdienste: Definition
Ein Verzeichnisdienst speichert, wer zu einem Unternehmen gehört: Benutzerkonten, Gruppen, Geräte und deren Rechte. Active Directory Domain Services (AD DS) gibt es seit dem Jahr 2000. Es läuft auf Domänencontrollern im eigenen Netz, prüft Anmeldungen und verteilt Gruppenrichtlinien auf Windows-Rechner. Wer sich anmeldet, erhält Zugriff auf Dateiablagen, Drucker und Fachanwendungen.
Microsoft Entra ID ist die Cloud-Variante der Identitätsverwaltung. Bis 2023 hieß der Dienst Azure Active Directory. Er steuert die Anmeldung bei Microsoft 365 und vielen weiteren Online-Anwendungen, bietet Single Sign-On, Zwei-Faktor-Anmeldung und bedingten Zugriff. Trotz ähnlicher Namen ist es kein einfacher Umzug von AD in die Cloud, sondern ein eigenständiger Dienst.
Die wichtigsten Unterschiede
Beide Systeme lösen verwandte Aufgaben, arbeiten aber technisch unterschiedlich. Active Directory ist für Netzwerke mit Servern im Haus gedacht, Entra ID für Cloud-Dienste und mobile Geräte. Viele Unternehmen nutzen beide gleichzeitig und synchronisieren die Konten mit Microsoft Entra Connect – man spricht dann von einer Hybrid-Umgebung.
- Active Directory: lokal, auf Domänencontrollern, mit Gruppenrichtlinien
- Entra ID: in der Cloud, mit modernen Protokollen und bedingtem Zugriff
- Anmeldung im Firmennetz per Domäne, bei Cloud-Diensten per Webanmeldung
- Geräte werden in die Domäne aufgenommen oder bei Entra ID eingebunden
- Hybrid: Konten werden synchronisiert, eine Anmeldung gilt für beide Welten
Praxisbeispiel: Kanzlei zieht in Microsoft 365
Eine Kanzlei mit 20 Mitarbeitenden betreibt einen lokalen Server mit Active Directory für Dateiablage und Anmeldung. Mit dem Wechsel zu Microsoft 365 braucht jede Person zusätzlich ein Cloud-Konto, anfangs mit eigenem Passwort. Wer die Kanzlei verlässt, muss an zwei Stellen gesperrt werden, und das wird gelegentlich vergessen.
Mit einer Hybrid-Lösung werden die Konten synchronisiert, Mitarbeitende melden sich überall mit denselben Zugangsdaten an, und die Zwei-Faktor-Anmeldung schützt die Cloud-Dienste. Beim Ausscheiden genügt es, ein Konto zu deaktivieren. Langfristig kann die Kanzlei prüfen, den Server ganz abzulösen und rein mit Entra ID zu arbeiten.
Vorteile, Risiken und typische Fehler
Eine zentrale Identitätsverwaltung ordnet Rechte, spart Passwörter und macht Eintritt und Austritt von Mitarbeitenden beherrschbar. Gerade weil Benutzerkonten das Hauptziel vieler Angriffe sind, ist saubere Pflege Pflicht: Wer hier nachlässig ist, öffnet Kriminellen die Tür zu E-Mail, Dateien und Anwendungen.
Typische Fehler sind Administratorkonten ohne Zwei-Faktor-Anmeldung, viele nie bereinigte Altkonten, geteilte Sammelkonten und zu weit gefasste Rechte. Ein Active Directory, das jahrelang gewachsen ist, enthält oft Altlasten. Vor einer Migration lohnt deshalb eine Aufräumaktion samt Dokumentation von Gruppen und Berechtigungen.
Worauf Unternehmen achten sollten
Klären Sie zuerst, ob Sie eine Hybrid-Umgebung brauchen oder rein in der Cloud arbeiten können. Sichern Sie Administratoren mit Zwei-Faktor-Anmeldung ab und vergeben Sie Rechte nach dem Prinzip der minimalen Berechtigung. Nano Concepts berät zur passenden Struktur, migriert Konten und richtet Anmeldung, Geräte und Zugriffsregeln ein.
Häufige Fragen zu Microsoft Entra ID & Active Directory
Ja. Microsoft hat Azure Active Directory 2023 in Microsoft Entra ID umbenannt. Funktion und Lizenzen blieben zunächst unverändert. In älteren Anleitungen und Fachartikeln taucht daher noch der alte Name Azure AD auf, gemeint ist derselbe Dienst.
Das hängt von Ihrer Umgebung ab. Wer lokale Server, Fachanwendungen mit Domänenanmeldung oder Gruppenrichtlinien nutzt, benötigt es meist weiter. Rein cloudbasierte Unternehmen kommen mit Entra ID und Intune aus. Eine Hybrid-Lösung verbindet beide Welten und erlaubt eine schrittweise Umstellung.
Entra Connect ist ein Synchronisationsdienst, der Benutzer, Gruppen und Kennwort-Informationen aus dem lokalen Active Directory in Entra ID überträgt. So verwenden Mitarbeitende dieselbe Anmeldung für Firmennetz und Cloud-Dienste. Der Dienst hieß früher Azure AD Connect.
Entscheidend ist die Konfiguration. Zwei-Faktor-Anmeldung, bedingter Zugriff, getrennte Administratorkonten und regelmäßige Prüfung von Berechtigungen schützen wirksam. Ohne diese Maßnahmen bleiben Konten ein beliebtes Angriffsziel. Wer allein auf Passwörter vertraut, geht ein vermeidbares Risiko ein.
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