Was ist ein Load Balancer?
Ein Load Balancer (Lastverteiler) verteilt eingehende Anfragen auf mehrere Server, damit kein einzelner überlastet wird. Er prüft laufend, welche Server erreichbar sind, und leitet Anfragen nur an funktionierende weiter. So erhöht er Leistung und Ausfallsicherheit von Websites, Onlineshops und Anwendungen.

Load Balancer: Definition und Aufgabe
Ein Load Balancer ist eine vorgeschaltete Instanz, die Besucheranfragen entgegennimmt und auf mehrere gleichartige Server verteilt. Nach außen erscheint nur eine einzige Adresse, dahinter arbeiten zwei, zehn oder hundert Server zusammen. Das erhöht die verfügbare Gesamtleistung, ohne dass ein einzelner Rechner immer größer werden muss.
Zugleich schützt er vor Ausfällen: Der Load Balancer führt regelmäßige Gesundheitsprüfungen (Health Checks) durch und schickt keine Anfragen mehr an einen Server, der nicht antwortet. Außerdem ermöglicht er Wartung ohne Unterbrechung, weil einzelne Server nacheinander aus dem Verbund genommen und aktualisiert werden können.
So verteilt ein Load Balancer die Last
Für die Verteilung gibt es verschiedene Verfahren. Beim Round-Robin-Verfahren kommen die Server reihum an die Reihe, bei Least Connections erhält der Server mit den wenigsten aktiven Verbindungen die nächste Anfrage. Stärkere Server lassen sich höher gewichten, damit sie einen größeren Anteil übernehmen.
Technisch unterscheidet man Layer-4-Lastverteilung, die nur Adressen und Ports betrachtet, und Layer-7-Lastverteilung, die den Inhalt der Anfrage auswertet, etwa die Adresse einer Seite. Viele Load Balancer übernehmen zusätzlich die TLS-Verschlüsselung und können Nutzer über Sitzungsbindung (Sticky Sessions) wieder demselben Server zuweisen.
Praxisbeispiel: Rabattwoche im Heimwerker-Onlineshop
Ein Onlinehändler für Heimwerkerbedarf betreibt seinen Shop auf einem einzigen Server. In der Rabattwoche mit Newsletter-Aktion wird die Seite langsam und fällt zeitweise aus. Der Händler stellt daraufhin zwei weitere Server mit identischer Shop-Installation bereit und schaltet einen Load Balancer davor.
Die Anfragen verteilen sich, bei Wartung oder Defekt eines Servers läuft der Shop weiter. Damit das funktioniert, mussten Sitzungen, Warenkörbe und hochgeladene Bilder zentral in Datenbank und gemeinsamem Speicher liegen statt auf einem einzelnen Server. Diese Vorbereitung ist bei der Umstellung oft der größte Aufwand.
Vorteile, Grenzen und worauf Sie achten sollten
Ein Load Balancer erhöht Leistung und Ausfallsicherheit, vereinfacht Wartung und bündelt die Verschlüsselung zentral. Er löst aber nicht jeden Engpass: Ist die Datenbank der Flaschenhals, helfen weitere Webserver wenig. Zudem darf er selbst keine Schwachstelle sein; deshalb betreibt man ihn redundant oder als verwalteten Dienst des Anbieters.
Nano Concepts plant die passende Architektur, richtet Load Balancer in der Cloud oder auf eigenen Servern ein und passt Ihre Anwendungen so an, dass sie zuverlässig auf mehreren Servern laufen – samt Überwachung, Alarmierung und Lasttests vor dem nächsten Aktionszeitraum, damit Ihr Shop gelassen in die Spitze gehen kann.
- Mindestens zwei gleichartige Server hinter dem Load Balancer betreiben
- Health Checks so konfigurieren, dass sie die echte Anwendung prüfen
- Sitzungen, Uploads und Caches nicht lokal auf einem Server speichern
- Load Balancer selbst redundant oder als verwalteten Dienst betreiben
- Lastverhalten vor Aktionen mit einem Test prüfen
Häufige Fragen zu Load Balancer
Ein CDN liefert statische Inhalte wie Bilder und Skripte von weltweit verteilten Servern in Nutzernähe aus. Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Server eines Systems, meist im selben Rechenzentrum oder in derselben Region. Beide lassen sich kombinieren und ergänzen sich.
In der Regel nicht. Eine Unternehmenswebsite läuft auf einem gut ausgestatteten Server oder bei einem Managed-Hosting-Anbieter meist zuverlässig. Sinnvoll wird ein Load Balancer bei hohem Besucheraufkommen, Aktionsspitzen, geschäftskritischen Anwendungen oder wenn Ausfälle teuer sind.
Fällt ein einzelner Load Balancer aus, sind die Server dahinter nicht mehr erreichbar. Deshalb setzt man ihn redundant auf, etwa als Paar mit automatischer Übernahme, oder nutzt einen verwalteten Cloud-Dienst, der intern bereits ausfallsicher ausgelegt ist.
Es gibt Software wie NGINX und HAProxy, Hardware-Appliances und verwaltete Dienste der Cloud-Anbieter. Welche Variante passt, hängt von Last, Budget, Know-how und Betriebsmodell ab. Für die meisten mittelständischen Projekte genügen Softwarelösungen oder der Dienst des Hosting-Anbieters.
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