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Was ist PIM (Product Information Management)?

Kurz erklärt

PIM (Product Information Management) ist ein System zur zentralen Pflege aller Produktinformationen wie Bezeichnungen, Beschreibungen, technischen Daten, Bilder, Varianten und Übersetzungen. Von dort werden die Daten geprüft und an Onlineshop, Marktplätze, Kataloge und Händler ausgespielt.

Kategorie BusinessLesezeit ca. 3 Min.Stand 16. Oktober 2026
Beitragsbild: PIM (Product Information Management)

PIM: Definition und Aufgabe

Wer viele Produkte verkauft, pflegt Informationen oft doppelt und dreifach: im Warenwirtschaftssystem, im Onlineshop, in Excel-Tabellen für Händler und im Katalog. Ein PIM-System bildet dafür eine zentrale Datenquelle. Dort werden Produkttexte, Attribute wie Maße oder Werkstoffe, Bilder, Datenblätter und Übersetzungen gepflegt, geprüft und freigegeben.

Anschließend verteilt das PIM die Daten an alle Kanäle, jeweils im passenden Format. Das spart Arbeit und verhindert, dass derselbe Artikel im Shop anders beschrieben wird als im Katalog. Auch Varianten wie Größen und Farben lassen sich übersichtlich zusammenführen, und neue Kanäle wie ein weiterer Marktplatz sind schneller angebunden, weil die Daten bereits vorliegen.

So arbeitet ein PIM mit ERP und Shop zusammen

Die Aufgaben sind meist klar verteilt: Das ERP oder die Warenwirtschaft führt Artikelnummern, Preise und Bestände. Das PIM reichert diese Stammdaten um Marketing- und Fachinformationen an. Der Onlineshop, Marktplätze oder Händlerportale beziehen die fertigen Daten über Schnittstellen. Das PIM ist also keine Konkurrenz zum ERP, sondern ergänzt es.

Wichtige Funktionen sind ein flexibles Attributmodell, Workflows mit Freigaben, Prüfregeln auf Vollständigkeit, Mehrsprachigkeit und Importe aus Lieferantendaten. In technischen Branchen kommen Klassifikationen wie ETIM oder ECLASS hinzu. Bekannte Systeme sind etwa Akeneo und Pimcore. Je nach Umfang wird ein PIM als Cloud-Dienst genutzt oder auf eigenen Servern betrieben.

Praxis­bei­spiel: Großhändler mit Tausenden Artikeln

Ein Großhändler für Elektrobedarf führt mehrere tausend Artikel und beliefert Handwerksbetriebe über Onlineshop, Marktplatz und gedruckten Katalog. Lieferanten senden Datenblätter in unterschiedlichen Formaten, die Mitarbeiter per Hand in Tabellen übertragen. Fehler, fehlende Bilder und uneinheitliche Beschreibungen kosten Zeit und Umsatz.

Mit einem PIM werden Lieferantendaten importiert und automatisch geprüft, fehlende Angaben werden markiert und die Freigabe erfolgt zentral. Danach gehen die Daten gleichzeitig in Shop, Marktplatz und Katalog. Neue Artikel stehen schneller bereit, und die Qualität der Daten steigt messbar.

Grenzen, typische Fehler und Umsetzung

Ein PIM lohnt sich vor allem bei vielen Artikeln, vielen Varianten, mehreren Kanälen oder Sprachen. Bei einem kleinen Sortiment genügt oft ein gut gepflegter Shop. Das größte Risiko liegt nicht in der Technik, sondern in unklaren Zuständigkeiten: Wer ist für welche Attribute verantwortlich, und wer gibt frei?

Nano Concepts verbindet PIM, ERP, Shop und Marktplätze über Schnittstellen und entwickelt individuelle Importe, Prüfregeln und Exportformate, wenn Standardlösungen nicht ausreichen. Gemeinsam mit Ihnen klären wir vorab, welche Attribute Ihre Kunden tatsächlich brauchen und welche Daten bereits sauber vorliegen. Das verhindert, dass das PIM mit unnötigen Feldern überladen wird.

  • Einheitliches Attributmodell vor dem Import festlegen
  • Verantwortlichkeiten für Daten und Freigaben klären
  • Datenqualität regelmäßig mit Vollständigkeitsregeln prüfen
  • Schnittstellen zu ERP, Shop und Marktplätzen von Anfang an planen
  • Mit einer Produktgruppe starten und danach ausweiten

Häufige Fragen zu PIM (Product Information Management)

Das ERP führt betriebswirtschaftliche Stammdaten wie Artikelnummer, Preis und Bestand. Das PIM pflegt die Informationen, die Kunden zum Kaufen brauchen: Beschreibungen, Merkmale, Bilder, Datenblätter und Übersetzungen. Beide Systeme tauschen Daten aus und ergänzen sich.

Nicht immer. Bei einem überschaubaren Sortiment und nur einem Verkaufskanal genügt meist das Shopsystem. Ein PIM lohnt sich, wenn Sie viele Artikel oder Varianten haben, mehrere Kanäle bedienen, Lieferantendaten importieren oder Produktinformationen in mehreren Sprachen pflegen.

ETIM und ECLASS sind Klassifikationsstandards, die Produkte einheitlich in Klassen mit festen Merkmalen beschreiben. Sie erleichtern den Datenaustausch zwischen Herstellern, Händlern und Planern, vor allem in technischen Branchen wie Elektro, Sanitär und Heizung.

Das hängt von Sortiment, Datenqualität und Zahl der Kanäle ab. Ein klar abgegrenztes Pilotprojekt ist oft in einigen Wochen bis wenigen Monaten möglich. Der größere Aufwand liegt meist in der Bereinigung und Strukturierung der vorhandenen Produktdaten.

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